Wallace, besprochen von Tina Lindner

Den Namen Alfred Russel Wallace kennt praktisch niemand. So ist es nicht verwunderlich, dass der Museumswächter Albrecht Bromberg absolut fasziniert ist, als er wortwörtlich über diesen Mann und seine Hinterlassenschaft stolpert. In etwa zeitgleich mit Darwin entwickelte Wallace die Evolutionstheorie, veröffentlichte diese aus scheinbar unerklärlichen Gründen jedoch nie. Bromberg beginnt zu forschen – und wünscht sich immer mehr, diese Ungerechtigkeit auszumerzen.

Neben Bromberg lernt der Leser auch Wallace selbst kennen, einen von Unsicherheiten geprägten jungen Mann, der eher durch Zufall zur Wissenschaft gekommen ist und im Laufe seiner Forschungen die Welt bereiste. So entdeckte er beispielsweise die biogeografische Linie, später als Wallace-Linie bezeichnet, die die weiteste Ausbreitung der australischen Fauna angibt. Und auch eine Theorie über die Evolution der Arten stellte er auf, welche der Darwins zum Verwechseln ähnlich ist.

In seinem Roman stellt Anselm Oelze einen Wissenschaftler vor, der von der Welt vergessen wurde. Dabei hält er sich streng an historische Fakten – und schafft es von Anfang an, den Leser für sich einzunehmen. 

Oelze, Anselm
Schöffling & Co. Verlagsbuchhandlung
ISBN/EAN: 9783895611322
22,00 € (inkl. MwSt.)